Donnerstag, 25. Februar 2010
Sex grafisch erläutert
Mal etwas anderes, aber nicht minder interessant: Sex explained graphically by pens.
Protektionismus: Der Mär zweiter Teil
Das Thema Die USA und ihre Tankflugzeuge war dereinst der Opener dieses mittlerweile ins zweite Jahr gekommenen Blogs.
Nun geht das Drama, dass ich dort beschrieben habe, in die zweite Runde. Nachdem die erste Ausschreibung – die Northrop Grumman und dessen Vertragspartner EADS gewonnen hatten – nach Protesten der Boeing-Lobby geplatzt ist, wurde nun eine neue Ausschreibung veröffentlicht, in der die relevanten Entscheidungskriterien im Vergleich zum ersten Durchlauf stark verändert wurden. Weg von einem zuverlässigen Flugzeug mit ebenso zuverlässigem Herstellerservice. Weg von einem Tanker mit möglichst großer Frachtkapazität.
Die Ausschreibung ist Boeing auf den Leib geschneidert. Aber wen würde das noch ernstlich verwundern?
Nun geht das Drama, dass ich dort beschrieben habe, in die zweite Runde. Nachdem die erste Ausschreibung – die Northrop Grumman und dessen Vertragspartner EADS gewonnen hatten – nach Protesten der Boeing-Lobby geplatzt ist, wurde nun eine neue Ausschreibung veröffentlicht, in der die relevanten Entscheidungskriterien im Vergleich zum ersten Durchlauf stark verändert wurden. Weg von einem zuverlässigen Flugzeug mit ebenso zuverlässigem Herstellerservice. Weg von einem Tanker mit möglichst großer Frachtkapazität.
Die Ausschreibung ist Boeing auf den Leib geschneidert. Aber wen würde das noch ernstlich verwundern?
Tankflugzeug A330MRTT / KC-45 von Northrop Grumman und EADS
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Liebe Frau Käßmann,
in aller Hochachtung, die ich überhaupt je aufbringen kann: Sind Sie noch bei Trost? Wieso dieser unnötige Rücktritt? Wieso diese Konsequenz, die der EKD auf Dauer mehr schadet als die vorübergehende Medienpräsenz ihrer Ratsvorsitzenden?
Sie waren der EKD eine viel zu kurze Zeit lang eine kluge und charismatische Vorsitzende. Nicht nur der Umstand, dass sie die erste Frau auf diesem Posten waren, hatte Signalwirkung. Auch ihre Unerschrockenheit, den Finger in die Wunde des Zeitgeschehens und des gesellschaftlichen Diskurses zu legen. Sie haben es vermocht, der (evangelischen) Kirche das verstaubte Image abzustreifen und ihr Gehör zu verschaffen, wo sie schon lange aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden war. Sie haben Menschen für sich begeistert und für den christlichen Glauben und die evangelische Kirche eingenommen. Sie haben das Profil der EKD geschärft und sie aus der Beliebigkeit befreit. Und jetzt gehen sie? Warum?
Die richtige Reaktion wäre gewesen, Ruhe zu bewahren. Es gibt immer und überall jemanden, der sich dank der Fehler eines Anderen profilieren will. Jemand, der wie Sie in der Öffentlichkeit steht, ist per se ein gutes Opfer für solcherlei Kampagnen. Aber laut zu schreien hat noch niemandem ernstlich zu Recht verholfen und das Gedächtnis der Öffentlichkeit ist kurz (von Schäubles deutlich schwerer wiegender Beteiligung am Parteispendenskandal spricht heute auch niemand mehr).
Im Gegensatz zur katholischen Kirche wissen wir, dass kein Mensch unfehlbar ist. Auch Sie nicht (und das hat auch nie jemand von Ihnen verlangt). Es wäre ein weit eindrucksvolleres Zeichen der Größe gewesen, mit dem begangenen Fehler zu leben und offen damit umzugehen ohne das Amt niederzulegen, dessen Führung von ihren fahrerischen Qualitäten mitnichten abhängt. Natürlich ist die persönliche Verantwortung ein schwer wiegender Punkt. Aber diese hätten Sie auch ganz gelassen tragen können wie jeder Verkehrssünder in diesem Lande: mit Führerscheinentzug und einer Geldstrafe.
Ganz ausdrücklich ohne Rücktritt. Der wirkt nämlich weniger wie ein überlegter Schritt, sondern mehr wie eine Flucht vor dem eigenen Fehltritt.
Und auch hier stellt sich mir nochmals die Frage: Warum?
Sie waren der EKD eine viel zu kurze Zeit lang eine kluge und charismatische Vorsitzende. Nicht nur der Umstand, dass sie die erste Frau auf diesem Posten waren, hatte Signalwirkung. Auch ihre Unerschrockenheit, den Finger in die Wunde des Zeitgeschehens und des gesellschaftlichen Diskurses zu legen. Sie haben es vermocht, der (evangelischen) Kirche das verstaubte Image abzustreifen und ihr Gehör zu verschaffen, wo sie schon lange aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden war. Sie haben Menschen für sich begeistert und für den christlichen Glauben und die evangelische Kirche eingenommen. Sie haben das Profil der EKD geschärft und sie aus der Beliebigkeit befreit. Und jetzt gehen sie? Warum?
Die richtige Reaktion wäre gewesen, Ruhe zu bewahren. Es gibt immer und überall jemanden, der sich dank der Fehler eines Anderen profilieren will. Jemand, der wie Sie in der Öffentlichkeit steht, ist per se ein gutes Opfer für solcherlei Kampagnen. Aber laut zu schreien hat noch niemandem ernstlich zu Recht verholfen und das Gedächtnis der Öffentlichkeit ist kurz (von Schäubles deutlich schwerer wiegender Beteiligung am Parteispendenskandal spricht heute auch niemand mehr).
Im Gegensatz zur katholischen Kirche wissen wir, dass kein Mensch unfehlbar ist. Auch Sie nicht (und das hat auch nie jemand von Ihnen verlangt). Es wäre ein weit eindrucksvolleres Zeichen der Größe gewesen, mit dem begangenen Fehler zu leben und offen damit umzugehen ohne das Amt niederzulegen, dessen Führung von ihren fahrerischen Qualitäten mitnichten abhängt. Natürlich ist die persönliche Verantwortung ein schwer wiegender Punkt. Aber diese hätten Sie auch ganz gelassen tragen können wie jeder Verkehrssünder in diesem Lande: mit Führerscheinentzug und einer Geldstrafe.
Ganz ausdrücklich ohne Rücktritt. Der wirkt nämlich weniger wie ein überlegter Schritt, sondern mehr wie eine Flucht vor dem eigenen Fehltritt.
Und auch hier stellt sich mir nochmals die Frage: Warum?
Mittwoch, 24. Februar 2010
Wie es aus dem Wald ruft, ohne dass man hinein schreit
Frau Margot Käßmann, Bischöfin und Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, hat sich bei einer Trunkenheitsfahrt erwischen lassen. Das ist nicht schön und zeugt in dieser Hinsicht von bestenfalls eingeschränktem Verantwortungsgefühl. Keine Frage. Aber damit steht Frau Käßmann doch keinesfalls allein. Wie oft passiert es denn jeden Tag in Deutschland, dass ein Trunkenheitsfahrer aufgegriffen wird? Schlimmer noch: um wie viel höher liegt die Summe derer, die nicht erwischt werden?
Dass nun die reflexartigen Rufe nach einem Rücktritt laut werden, ist nichts weiter als der Ausdruck einer festgefahrenen Denkweise und mangelhafter Reflexion der Sachlage. Treffender ausgedrückt: er ist pure Polemik.
Natürlich muss Frau Käßmann die Konsequenzen ihrer Tat tragen. Sie wird sich gerichtlich verantworten müssen. Natürlich darf man von Frau Käßmann allein ihres Amtes wegen erwarten, dass sie darüber hinaus persönliche Konsequenzen trägt.
Die aber sollten der Sache gerecht werden. Und genau hier besteht das Missverhältnis. Oder hat irgendjemand den mehr oder minder ehrenwerten Bischof Mixa nach dessen verbaler Irrfahrt zur sexuellen Revolution zum Rücktritt aufgefordert? Wo diese doch kausal mit seinem Amt zu tun hatte? Oder Westerwelle? Oder, oder, oder...
Sachdienlich wäre die Forderung, Frau Käßmann möge ihren Führerschein freiwillig (dauerhaft?) abgeben. Über die Sinnigkeit einer solchen Forderung ließe sich freilich dennoch streiten. Zumindest aber wäre sie mal eine willkommene Abwechslung in der orchestrierten Litanei der immer gleichen und fehlgeleiteten Rufe nach Rücktritt.
Nachtrag I: Die Süddeutsche Zeitung hält ein dezentes und dennoch treffendes Plädoyer für einen Verbleib Käßmanns im Amt. Sehr schön und in jedem einzelnen Punkt sehr treffend.
Nachtrag II: Nachdem sich der Rat der EKD geschlossen hinter Käßmann gestellt hat, sollte das Thema wieder vom Tisch genommen werden können.
Dass nun die reflexartigen Rufe nach einem Rücktritt laut werden, ist nichts weiter als der Ausdruck einer festgefahrenen Denkweise und mangelhafter Reflexion der Sachlage. Treffender ausgedrückt: er ist pure Polemik.
Natürlich muss Frau Käßmann die Konsequenzen ihrer Tat tragen. Sie wird sich gerichtlich verantworten müssen. Natürlich darf man von Frau Käßmann allein ihres Amtes wegen erwarten, dass sie darüber hinaus persönliche Konsequenzen trägt.
Die aber sollten der Sache gerecht werden. Und genau hier besteht das Missverhältnis. Oder hat irgendjemand den mehr oder minder ehrenwerten Bischof Mixa nach dessen verbaler Irrfahrt zur sexuellen Revolution zum Rücktritt aufgefordert? Wo diese doch kausal mit seinem Amt zu tun hatte? Oder Westerwelle? Oder, oder, oder...
Sachdienlich wäre die Forderung, Frau Käßmann möge ihren Führerschein freiwillig (dauerhaft?) abgeben. Über die Sinnigkeit einer solchen Forderung ließe sich freilich dennoch streiten. Zumindest aber wäre sie mal eine willkommene Abwechslung in der orchestrierten Litanei der immer gleichen und fehlgeleiteten Rufe nach Rücktritt.
Nachtrag I: Die Süddeutsche Zeitung hält ein dezentes und dennoch treffendes Plädoyer für einen Verbleib Käßmanns im Amt. Sehr schön und in jedem einzelnen Punkt sehr treffend.
Nachtrag II: Nachdem sich der Rat der EKD geschlossen hinter Käßmann gestellt hat, sollte das Thema wieder vom Tisch genommen werden können.
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Mittwoch, 10. Februar 2010
Der Straßentod des Schwanzlurchs
Die Süddeutsche widmet sich dem Hype um die Sehrjungautorin Helene Hegemann und nennt das dann "Typologie eines Kulturspektakels". Lesenswert.
Das Buch, um das es sich allenthalben dreht, ist das vermutlich weniger. Schon weil die Vertreter des deutschen Feuilletons derart darauf abfahren, dass sie sich in beinah ekstatischer Verzückung überschlagen, nur weil jemand derbe Worte in den Mund genommen hat. Geschmack ist relativ. Diesen Geschmack verkaufen zu wollen, ist fragwürdig. Und wenn sich das Heer der Literaturkommentatoren (Feuilletonisten klingt so schön hochgestochen) nur dadurch zu profilieren sucht, dass sie sich zwanghaft und durch eine völlig verquere Geschmacksdefinition vom Otto-Normalbürger abzuheben versucht, dann ist deren Wort nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben steht.
Helene Hegemann tut allenthalben auch nichts dazu, sich Sympathien jenseits der großen Zeitungen dieser Republik zu sichern. Nicht nur, dass sie offensichtlich ohne erkennbares Schamgefühl kopiert. Sie kommentiert dieses Verhalten auch noch folgendermaßen:
"Man müsse auch anerkennen, dass der Entstehungsprozess mit diesem Jahrzehnt [der Nullerjahre] und den Vorgehensweisen dieses Jahrzehnts zu tun hat, also mit der Ablösung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess durch das Recht zum Kopieren und zur Transformation."
Dieser Satz zeugt von zwei Dingen: Pseudo-Intellekt und absoluter Ahnungslosigkeit. Und ich freue mich darauf, ihn der Sehrjungautorin unter die Nase reiben zu können, wenn die ersten Passagen von Axolotl Roadkill ungekennzeichnet in anderen Büchern auftauchen.
Ich freue mich sogar diebisch.
Das Buch, um das es sich allenthalben dreht, ist das vermutlich weniger. Schon weil die Vertreter des deutschen Feuilletons derart darauf abfahren, dass sie sich in beinah ekstatischer Verzückung überschlagen, nur weil jemand derbe Worte in den Mund genommen hat. Geschmack ist relativ. Diesen Geschmack verkaufen zu wollen, ist fragwürdig. Und wenn sich das Heer der Literaturkommentatoren (Feuilletonisten klingt so schön hochgestochen) nur dadurch zu profilieren sucht, dass sie sich zwanghaft und durch eine völlig verquere Geschmacksdefinition vom Otto-Normalbürger abzuheben versucht, dann ist deren Wort nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben steht.
Helene Hegemann tut allenthalben auch nichts dazu, sich Sympathien jenseits der großen Zeitungen dieser Republik zu sichern. Nicht nur, dass sie offensichtlich ohne erkennbares Schamgefühl kopiert. Sie kommentiert dieses Verhalten auch noch folgendermaßen:
"Man müsse auch anerkennen, dass der Entstehungsprozess mit diesem Jahrzehnt [der Nullerjahre] und den Vorgehensweisen dieses Jahrzehnts zu tun hat, also mit der Ablösung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess durch das Recht zum Kopieren und zur Transformation."
Dieser Satz zeugt von zwei Dingen: Pseudo-Intellekt und absoluter Ahnungslosigkeit. Und ich freue mich darauf, ihn der Sehrjungautorin unter die Nase reiben zu können, wenn die ersten Passagen von Axolotl Roadkill ungekennzeichnet in anderen Büchern auftauchen.
Ich freue mich sogar diebisch.
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Dienstag, 2. Februar 2010
Die Steuern und das Recht
Der Staat darf kein Geschäft mit Dieben machen. Das ist die große Ansage all derer, die sich in diesen Tagen als Hüter des Rechtsstaats und vielmehr noch als Hüter aller Steuersünder aufspielen. Fragt sich zum Einen: ist dieser Aufschrei gerechtfertigt? Zum Anderen fragt sich aber noch viel mehr: Stimmt er überhaupt?
Wenn der Staat keine Geschäfte mit Verbrechern machen darf, warum verhandeln Polizisten dann beispielsweise mit Geiselnehmern? Man stelle sich in diesem Zusammenhang den Aufschrei vor, wenn sich die Staatsdiener mit der oben genannten Begründung weigern würden, genau das zu tun.
Der Bürger erwartet vom Staat ein konsequentes Vorgehen gegen jede Bedrohung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit. Konsequenz bedeutet in diesem Falle, dass im Zweifelsfalle auch auf Quellen zugreifen muss, die eben nicht mit einer blütenweißen Weste ausgestattet sind. Schlussendlich ist das eine Frage der Abwägung. Denn auch wenn ein Verbrechen durch ein anderes Verbrechen aufgedeckt wird, wiegt es nicht weniger schwer. Und: Das Verbot der Verwertung von Beweisen aus fragwürdigen Quellen ist in Deutschland noch immer die Ausnahme.
Gerade in der Frage der Steuerhinterziehung fällt die Abwägung leicht: Jedem Steuerhinterzieher wurde von der rot-grünen Bundesregierung eine Amnestie angeboten. Wer sie nicht genutzt hat, muss mit den Konsequenzen leben. Sich nun darüber zu beschweren, dass geltendes Recht durchgesetzt zu werden verspricht, ist zutiefst heuchlerisch. Und das nicht nur, wenn man sich ansieht, welcher Bevölkerungsteil denn davon profitiert, Geld in Steuerfluchtburgen anzulegen.
Der Staat hat dafür zu sorgen, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrecht erhalten wird. Dafür benötigt er Geld, das aus Steuern kommt. Und dazu benötigt er auch die Glaubwürdigkeit, dass er Gesetze auch zur Anwendung bringt. Und zwar ganz unabhängig von der Herkunft des Täters oder seiner finanziellen Ausstattung.
Wenn der Staat keine Geschäfte mit Verbrechern machen darf, warum verhandeln Polizisten dann beispielsweise mit Geiselnehmern? Man stelle sich in diesem Zusammenhang den Aufschrei vor, wenn sich die Staatsdiener mit der oben genannten Begründung weigern würden, genau das zu tun.
Der Bürger erwartet vom Staat ein konsequentes Vorgehen gegen jede Bedrohung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit. Konsequenz bedeutet in diesem Falle, dass im Zweifelsfalle auch auf Quellen zugreifen muss, die eben nicht mit einer blütenweißen Weste ausgestattet sind. Schlussendlich ist das eine Frage der Abwägung. Denn auch wenn ein Verbrechen durch ein anderes Verbrechen aufgedeckt wird, wiegt es nicht weniger schwer. Und: Das Verbot der Verwertung von Beweisen aus fragwürdigen Quellen ist in Deutschland noch immer die Ausnahme.
Gerade in der Frage der Steuerhinterziehung fällt die Abwägung leicht: Jedem Steuerhinterzieher wurde von der rot-grünen Bundesregierung eine Amnestie angeboten. Wer sie nicht genutzt hat, muss mit den Konsequenzen leben. Sich nun darüber zu beschweren, dass geltendes Recht durchgesetzt zu werden verspricht, ist zutiefst heuchlerisch. Und das nicht nur, wenn man sich ansieht, welcher Bevölkerungsteil denn davon profitiert, Geld in Steuerfluchtburgen anzulegen.
Der Staat hat dafür zu sorgen, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrecht erhalten wird. Dafür benötigt er Geld, das aus Steuern kommt. Und dazu benötigt er auch die Glaubwürdigkeit, dass er Gesetze auch zur Anwendung bringt. Und zwar ganz unabhängig von der Herkunft des Täters oder seiner finanziellen Ausstattung.
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Der Schleier des Verkennens
Er lässt uns nicht los – der Islam. Er beschäftigt anständige Christenmenschen in diesem Lande mittlerweile mehr als die eigene Religion. Zuerst haben wir uns über die Integrationsunwilligkeit muslimischer Eltern beschwert, dann wurde hitzig über Minarette diskutiert und nun sind wir bei der Burka und ereifern uns über deren Eigenart als Bremse einer vollkommenen Integration.
Frankreich hat mittlerweile schon Nägel gemacht, die irgendwann in näherer Zukunft auch einen Kopf bekommen sollen. Die Burka soll aus dem Alltag der Franzosen verbannt werden. Und weil Frankreich mit seiner Revolution noch immer als das Leitpferd demokratischer Grundordnung in Europa gilt, horcht auch ganz Europa auf, wenn sich die Nationalversammlung zu solch einer Empfehlung hinreißen lässt.
Schon wird es auch in Deutschland greifbar, eine Ächtung oder gar ein Verbot von Burkas in öffentlichen Gebäuden, gar im öffentlichen Nah- und Fernverkehr.
Dabei greift die Debatte – man möchte fast sagen: wie immer – viel zu kurz. Dürfte man davon ausgehen, dass hinter jedem Schleier eine einigermaßen aufgeklärte, selbstständige und vielleicht sogar noch Deutsch sprechende Frau stecken würde, wäre die unselige Diskussion nie aufgekommen. Der Schleier wird aber noch immer mehr mit systematischer Unterdrückung muslimischer Frauen als mit der islamischen Religion selbst in Verbindung gebracht. Das hat natürlich seinen Grund.
Aber den Frauen, auf die das Verbot abzielt, ist nicht geholfen, wenn man sie ihres einzigen Schutzraums beraubt, innerhalb dessen sie sich aus ihrer Wohnung wagen dürfen. Wichtiger wäre vielmehr sicher zu stellen, dass alle Migranten eine wirkliche Integration in die Gesellschaft erfahren. Dazu gehören Deutschkurse genauso wie Verständnis und Toleranz seitens der eingesessenen Bevölkerung. Dazu gehört auch das konsequente Ahnden allen Unheils, das durch überzogene und fehlgeleitete Interpretation des Islams entsteht – insbesondere häusliche Gewalt.
Wenn eine tatsächlich unterdrückte Frau genug Courage besitzt, auf ihr Problem aufmerksam zu machen, und wenn gleichzeitig ein unterdrückender Mann merkt, dass er mit seinen Methoden hier nicht erwünscht und nicht geduldet ist, dann kann man getrost davon ausgehen, dass eine Burka tatsächlich aus freien Stücken und Gründen der religiösen Identität getragen wird. Genauso wie eine Kippa oder ein Kreuz. Und wer sind wir, dass wir so etwas verbieten wollten?
Frankreich hat mittlerweile schon Nägel gemacht, die irgendwann in näherer Zukunft auch einen Kopf bekommen sollen. Die Burka soll aus dem Alltag der Franzosen verbannt werden. Und weil Frankreich mit seiner Revolution noch immer als das Leitpferd demokratischer Grundordnung in Europa gilt, horcht auch ganz Europa auf, wenn sich die Nationalversammlung zu solch einer Empfehlung hinreißen lässt.
Schon wird es auch in Deutschland greifbar, eine Ächtung oder gar ein Verbot von Burkas in öffentlichen Gebäuden, gar im öffentlichen Nah- und Fernverkehr.
Dabei greift die Debatte – man möchte fast sagen: wie immer – viel zu kurz. Dürfte man davon ausgehen, dass hinter jedem Schleier eine einigermaßen aufgeklärte, selbstständige und vielleicht sogar noch Deutsch sprechende Frau stecken würde, wäre die unselige Diskussion nie aufgekommen. Der Schleier wird aber noch immer mehr mit systematischer Unterdrückung muslimischer Frauen als mit der islamischen Religion selbst in Verbindung gebracht. Das hat natürlich seinen Grund.
Aber den Frauen, auf die das Verbot abzielt, ist nicht geholfen, wenn man sie ihres einzigen Schutzraums beraubt, innerhalb dessen sie sich aus ihrer Wohnung wagen dürfen. Wichtiger wäre vielmehr sicher zu stellen, dass alle Migranten eine wirkliche Integration in die Gesellschaft erfahren. Dazu gehören Deutschkurse genauso wie Verständnis und Toleranz seitens der eingesessenen Bevölkerung. Dazu gehört auch das konsequente Ahnden allen Unheils, das durch überzogene und fehlgeleitete Interpretation des Islams entsteht – insbesondere häusliche Gewalt.
Wenn eine tatsächlich unterdrückte Frau genug Courage besitzt, auf ihr Problem aufmerksam zu machen, und wenn gleichzeitig ein unterdrückender Mann merkt, dass er mit seinen Methoden hier nicht erwünscht und nicht geduldet ist, dann kann man getrost davon ausgehen, dass eine Burka tatsächlich aus freien Stücken und Gründen der religiösen Identität getragen wird. Genauso wie eine Kippa oder ein Kreuz. Und wer sind wir, dass wir so etwas verbieten wollten?
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