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Dienstag, 30. November 2010

Heuchelei allenthalben

Und weiter dreht sich die Spirale der Empörung über die Enthüllungen von Wikileaks über die Einschätzungen von (deutschen) Politikern durch amerikanische Diplomaten. Von einem grundlegenden Wandel der diplomatischen Beziehungen ist da die Rede. Von tiefen Rissen im transatlantischen Verhältnis.

Schwachsinn.

Ich glaube mich nicht weit aus dem Fenster lehnen zu müssen, wenn ich sage, dass mit Sicherheit jeder diplomatische Dienst ungeschönte Einschätzungen über die politischen Amtsträger im befreundeten und weniger befreundeten Ausland anfertigt und an seine Regierung weiterreicht. Das ist eine Grundvoraussetzung für außenpolitische Arbeit. Zu glauben, dass Diplomaten ob ihres geschliffenen Tones nur Freundliches über ihr Gegenüber zu berichten hätten, ist der Gipfel der Naivität.

Bemerkenswert ist die ganze Chose nur, weil hier aufgedeckt wurde, was sonst für den internen Gebrauch bestimmt war. Das ist peinlich für die US-Amerikaner, weil sie die ihren hohen Ansprüchen an Sicherheit gerade in Bezug auf administrations-interne Daten nicht gerecht werden konnten. Aber jedwede Empörung darüber hinaus gründet sich entweder auf Heuchelei oder auf Dummheit.

Montag, 29. November 2010

Tiefere Wahrheiten in Wikileaks

Die Welt ist in Erregung. Denn Wikileaks, der erklärte Gegner aller terroristenfeindlich gesonnener Staaten der westlichen Welt, hat wieder einmal getan, was es immer tut. Es hat geheime und vertrauliche Dokumente veröffentlicht. In der deutschen Presse zerfasert man sich Finger und Lippen mehrheitlich über die Einschätzung deutscher Politiker aus der Sicht amerikanischer Diplomaten. Angeblich würden die US-Amerikaner damit die Beziehungen zu Verbündeten gefährden.
Also mir persönlich sind sie heute nur sympathischer geworden.


So steht beispielsweise über den Bundesaußenguido Westerwelle zu lesen:
Er wird, wenn er direkt herausgefordert wird, vor allem von politischen Schwergewichten, aggressiv und äußert sich abfällig über die Meinungen anderer Leute.


Über Schäuble wird als „zorniger, alter Mann“ gesprochen. Seehofer gilt als „unberechenbarer Politiker mit begrenztem Horizont“. Niebel gilt auf seinem Posten als „schräge Wahl“.

Merkel wird beschrieben als „selten kreativ“ und risikoscheu. Aber auch als „methodisch, rational, […] pragmatisch“ und „beharrlich“.

Vermutlich fragt sich der geneigte Leser genauso wie ich, worin genau jetzt die gefährlichen Wahrheiten bestehen? Ich suche sie zumindest noch.
Risikoreich könnte in meinen Augen lediglich sein, dass Westerwelle im Angesicht dieser Herausforderung seiner persönlichen Größe (kann man das überhaupt so nennen?) irgendetwas wirklich Dummes tut. Zuzutrauen wäre es ihm.

Aber um den Beitrag nicht mit negativen Untertönen zu beenden, möchte ich noch ein Kompliment zitieren, dass die Zuträger von US-Botschafter Murphy zur Person der Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger haben notieren lassen. Sie gelte als Kontrahentin beim Datenschutz, die man „aggressiv angehen“ müsse.
Ist das nicht toll?


Für mehr Details zu einzelnen Personen des politischen Lebens siehe hier.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Spendenaufruf

Es ist eine kleine Premiere. Ich möchte Geld sammeln. Nicht für mich (auch wenn das natürlich seinen Reiz hätte) sondern für Wikileaks.
WikiLeaks ist ein 2006 anonym ins Leben gerufenes Internetprojekt, das nach dem Wiki-Prinzip aufgebaut ist und unzensierbar „für die massenweise und nicht auf den Absender zurückzuführende Veröffentlichung von geheimen Informationen und Analysen“ dienen soll. WikiLeaks will „denen zur Seite stehen, die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen.“
Quellen: Wikileaks und Wikipedia

Ein lobenswertes Projekt. Wie lobenswert, bewies die Veröffentlichung des des Berichts zur Bombardierung von Tanklastern nahe Kunduz.
Vom Lob allein kann sich das Projekt aber kaum tragen. Das Projekt leidet an akutem Geldmangel.

Damit Wikileaks nicht vor die Hunde geht, wird um Spenden gebeten. Wenn die Seite wieder online geht, kann man das hier tun.